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    AU-Fehlerquellen beim Benziner: OPF, Kat und Lambdasonde

    Der Termin für die Hauptuntersuchung steht an, das Auto läuft scheinbar einwandfrei – und trotzdem lautet das Ergebnis: Abgasuntersuchung nicht bestanden. Für viele Benzinerfahrer kommt das überraschend.

    Denn bei der AU zählt nicht allein, wie sich das Fahrzeug fährt. Entscheidend sind die Messwerte am Endrohr, der Fehlerspeicher und die Ergebnisse der bordeigenen Selbstdiagnose. Schon eine träge Lambdasonde, ein Katalysator mit nachlassender Wirkung oder ein belasteter Ottopartikelfilter können auffällige Werte oder abgasrelevante Fehler verursachen.

    In diesem Ratgeber erfährst du, was bei der AU am Benziner tatsächlich geprüft wird, welche Bauteile besonders häufig Probleme verursachen und wie du dein Fahrzeug sinnvoll auf den Prüftermin vorbereitest.

    AU-Fehlerquellen beim Benziner: OPF, Kat und Lambdasonde

    Was wird bei der AU am Benziner geprüft?

    Bei der Abgasuntersuchung wird geprüft, ob Motormanagement und Abgasreinigung ordnungsgemäß funktionieren. Dazu gehören die Kontrolle abgasrelevanter Bauteile, das Auslesen des Steuergeräts über die OBD-Schnittstelle und die Messung der Abgase am Endrohr.

    Über die OBD-Schnittstelle kontrolliert der Prüfer unter anderem, ob abgasrelevante Fehlercodes gespeichert sind, die Motorkontrollleuchte ordnungsgemäß funktioniert und die erforderlichen Selbsttests des Fahrzeugs abgeschlossen wurden. Diese sogenannten Readiness-Codes zeigen, ob das Steuergerät seine überwachten Systeme seit dem letzten Löschen des Fehlerspeichers ausreichend prüfen konnte.

    Bei der Endrohrmessung stehen beim Benziner mit geregeltem Katalysator vor allem der CO-Gehalt und der Lambda-Wert im Mittelpunkt. Maßgeblich sind immer die für das jeweilige Fahrzeug hinterlegten Herstellervorgaben. Wo keine individuellen Werte vorliegen, gelten je nach Fahrzeug und Zulassungsstand allgemeine Grenzwerte. Der Lambda-Wert liegt dabei üblicherweise zwischen 0,97 und 1,03.

    Wichtig zu wissen: Die Partikelanzahlmessung, die seit dem 1. Juli 2023 für bestimmte Euro-6-Diesel vorgeschrieben ist, gilt derzeit nicht für Benziner. Ein Fahrzeug mit Ottopartikelfilter wird bei der AU also nicht automatisch über eine separate Partikelzählung geprüft.

    Warum geraten die Abgaswerte aus dem Takt?

    Eine häufige Ursache ist das Fahrprofil. Wer fast ausschließlich Kurzstrecken fährt, bringt Motor und Abgassystem nur selten vollständig auf Betriebstemperatur. Katalysator und Ottopartikelfilter arbeiten dann nicht dauerhaft im optimalen Temperaturbereich, und leichte Rückstände werden schlechter abgebaut.

    Hinzu kommen Verschleiß, Alterung und technische Störungen. Lambdasonden können mit der Zeit träger reagieren, Zündkerzen und Zündspulen verursachen Zündaussetzer und verschmutzte Einspritzdüsen beeinträchtigen die Gemischbildung. Auch Undichtigkeiten in der Abgasanlage können Messwerte verfälschen.

    Die häufigsten AU-Fehlerquellen im Detail

    Der Katalysator

    Der Drei-Wege-Katalysator wandelt Kohlenmonoxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in weniger schädliche Stoffe um. Lässt seine Wirkung nach, können der CO-Wert steigen und abgasrelevante Fehlercodes gespeichert werden.

    Typisch ist der Fehlercode P0420, der eine zu geringe Katalysatorwirkung auf Bank 1 meldet. Er beweist jedoch nicht automatisch, dass der Katalysator defekt ist. Auch eine träge Lambdasonde, Zündaussetzer, ein falsches Kraftstoff-Luft-Gemisch oder eine undichte Abgasanlage können eine solche Meldung auslösen.

    Ist der Katalysator lediglich durch leichte Ablagerungen belastet, kann eine gezielte Reinigung helfen. Bei starker Alterung, Vergiftung oder einem geschmolzenen beziehungsweise gebrochenen Träger ist dagegen ein Austausch erforderlich. Mehr dazu liest du im Ratgeber Katalysator reinigen.

    Die Lambdasonde

    Die Lambdasonde misst den Restsauerstoff im Abgas. Das Motorsteuergerät nutzt dieses Signal, um das Kraftstoff-Luft-Gemisch möglichst genau zu regeln. Reagiert die Sonde zu langsam oder liefert sie unplausible Werte, kann das Gemisch zu fett oder zu mager ausfallen.

    Mögliche Anzeichen sind ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, unrunder Leerlauf, schlechte Abgaswerte oder eine leuchtende Motorkontrollleuchte. Bevor die Sonde ersetzt wird, sollten auch Verkabelung, Steckverbindungen und die Abgasanlage geprüft werden. Eine dauerhaft träge oder defekte Lambdasonde lässt sich in der Regel nicht zuverlässig durch Reinigen instand setzen.

    Der Ottopartikelfilter (OPF)

    Viele moderne Benziner mit Direkteinspritzung besitzen einen Ottopartikelfilter, kurz OPF oder GPF. Er hält Rußpartikel zurück und baut diese bei ausreichender Abgastemperatur während der Regeneration ab.

    Wird das Fahrzeug überwiegend auf Kurzstrecken bewegt, kann die notwendige Temperatur zu selten erreicht werden. Die Beladung steigt, und das Steuergerät kann einen Fehler speichern oder eine Warnmeldung anzeigen.

    Da bei Benzinern derzeit keine separate Partikelanzahlmessung im Rahmen der AU vorgeschrieben ist, fällt ein belasteter OPF nicht allein aufgrund einer direkt gemessenen Partikelzahl auf. Ein abgasrelevanter Fehlereintrag, eine aktive Motorkontrollleuchte oder Folgestörungen im Abgassystem können dennoch zum Nichtbestehen führen.

    Wie der Filter funktioniert und was bei einer zu hohen Beladung hilft, erklärt der Ratgeber OPF und GPF beim Benziner.

    Zündung und Gemischbildung

    Abgenutzte Zündkerzen, schwache Zündspulen oder verschmutzte Einspritzdüsen können Zündaussetzer und eine unvollständige Verbrennung verursachen. Dadurch steigen die Emissionen, und unverbrannter Kraftstoff kann den Katalysator zusätzlich belasten.

    Typische Hinweise sind ein unruhiger Leerlauf, Ruckeln beim Beschleunigen, Startprobleme oder gespeicherte Fehlzündungscodes. Solche Ursachen müssen vor der AU technisch behoben werden.

    Eine undichte Abgasanlage

    Dringt vor der Messstelle zusätzliche Luft in die Abgasanlage ein, kann der ermittelte Lambda-Wert verfälscht werden. Auch ein technisch einwandfrei arbeitender Motor kann dadurch auffällige Messwerte liefern.

    Achte auf ungewöhnliche Abgasgeräusche, Rußspuren an Verbindungen oder Abgasgeruch im Bereich des Fahrzeugs. Undichte Rohre, Flansche oder Dichtungen müssen fachgerecht repariert werden.

    Fehlerspeicher und Readiness-Codes

    Ein aktiver abgasrelevanter Fehler oder eine eingeschaltete Motorkontrollleuchte kann zum Nichtbestehen führen, selbst wenn der Motor im Alltag scheinbar normal läuft.

    Den Fehlerspeicher kurz vor dem Termin einfach zu löschen, ist keine Lösung. Dabei werden auch die Readiness-Codes zurückgesetzt. Das Fahrzeug benötigt anschließend mehrere Fahrzyklen, bis die überwachten Systeme ihre Selbsttests erneut abgeschlossen haben. Sind die erforderlichen Prüfbereitschaften beim AU-Termin noch nicht hergestellt, kann die Untersuchung nicht erfolgreich abgeschlossen werden.

    Diese Übersicht zeigt dir die typischen Fehlerquellen mit ihren Anzeichen und den passenden nächsten Schritten:

    Typische AU-Fehlerquellen beim Benziner mit Anzeichen und passender Maßnahme
    Fehlerquelle Typisches Anzeichen Was hilft
    Katalysator P0420 oder P0430, erhöhte CO-Werte Ursache diagnostizieren; bei Ablagerungen Reinigung, bei Schaden Austausch
    Lambdasonde Unplausibler Lambda-Wert, Mehrverbrauch, Fehlercode Sonde, Verkabelung und Abgasanlage prüfen; defekte Sonde ersetzen
    Ottopartikelfilter (OPF) Fehlereintrag, Warnmeldung oder Leistungsverlust Diagnose und Regenerationsfahrt; Ursache der hohen Beladung beheben
    Zündung und Gemisch Zündaussetzer, Ruckeln, unrunder Leerlauf Zündkerzen, Zündspulen und Einspritzsystem prüfen
    Abgasanlage Unplausibler Lambda-Wert, Abgasgeräusche oder Rußspuren Leck suchen und Abgasanlage fachgerecht abdichten
    OBD und Readiness Aktiver Fehler oder unvollständige Selbsttests Ursache beheben und anschließend ausreichende Fahrzyklen absolvieren

    Was kannst du vor der AU noch tun?

    Sind keine aktiven Fehler vorhanden und die Bauteile technisch in Ordnung, können Ablagerungen im Kraftstoffsystem und eine unsaubere Verbrennung dennoch zu ungünstigen Abgaswerten beitragen. In diesem Fall kann eine gezielte Systemreinigung sinnvoll sein.

    AUTOGAR Benzin CLEAN CHECK Systemreiniger zur Vorbereitung auf die Abgasuntersuchung

    Der AUTOGAR® Benzin CLEAN CHECK Systemreiniger unterstützt die Reinigung des Kraftstoffsystems und hilft dabei, Ablagerungen zu lösen und die Verbrennung zu optimieren. Das kann zu saubereren Abgaswerten beitragen, wenn Verschmutzungen und eine ungleichmäßige Gemischaufbereitung die Ursache sind.

    Wende den Reiniger gemäß Produktanleitung rechtzeitig vor dem Prüftermin an und bringe Motor sowie Abgassystem anschließend auf Betriebstemperatur. Ein Additiv löscht jedoch keine Fehlercodes und ersetzt keine Reparatur. Eine defekte Lambdasonde, eine undichte Abgasanlage oder ein mechanisch beschädigter Katalysator müssen fachgerecht instand gesetzt werden.

    So bereitest du dein Fahrzeug auf den AU-Termin vor

    Mit diesen Schritten reduzierst du das Risiko unangenehmer Überraschungen:

    1. Lass den Fehlerspeicher rechtzeitig vor dem Termin auslesen.
    2. Behebe vorhandene Fehler, statt den Fehlerspeicher lediglich zu löschen.
    3. Fahre nach Reparaturen ausreichend lange, damit die erforderlichen Readiness-Codes wieder gesetzt werden können.
    4. Nutze bei ablagerungsbedingter Belastung einen passenden Systemreiniger gemäß Anwendungshinweisen.
    5. Plane anschließend eine längere Fahrt bei vollständig warmem Motor ein.
    6. Fahre auch unmittelbar vor der AU ausreichend lange, damit Motor, Katalysator und Abgasanlage ihre Betriebstemperatur erreicht haben.

    Vermeide es, mit kaltem Motor direkt zur Prüfstelle zu fahren. Ein warmer Katalysator arbeitet deutlich wirksamer und schafft bessere Voraussetzungen für eine korrekte Endrohrmessung.

    So bleiben die Abgaswerte langfristig stabil

    Der wichtigste Hebel ist ein passendes Fahrprofil. Fahre regelmäßig längere Strecken, damit der Katalysator und ein vorhandener Ottopartikelfilter ihre Betriebstemperatur erreichen. Gerade bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb solltest du solche Fahrten bewusst einplanen.

    Wie du den Katalysator durch eine längere Fahrt unterstützen kannst, erklärt der Ratgeber Katalysator durch Fahren reinigen.

    Für die gezielte Pflege des Abgaswegs eignet sich der AUTOGAR® KATALYSATOR REINIGER Benzin & Hybrid. Er unterstützt den Abbau von Rückständen im Kraftstoff- und Abgasweg und hilft, die Leistungsfähigkeit des Katalysators zu erhalten.

    AUTOGAR Katalysator Reiniger Benzin und Hybrid für die Pflege des Abgaswegs

    Welche weiteren Ursachen hinter einer nicht bestandenen Untersuchung stecken können, findest du im Überblicksartikel AU nicht bestanden.

    Fazit

    Bei der AU am Benziner entscheiden nicht nur die Messwerte am Endrohr, sondern auch der Zustand des Motormanagements, der Fehlerspeicher und die Abgasreinigung. Zu den häufigsten Fehlerquellen gehören ein gealterter oder belasteter Katalysator, eine träge Lambdasonde, Probleme mit dem Ottopartikelfilter sowie Störungen bei Zündung und Gemischbildung.

    Lass den Fehlerspeicher rechtzeitig prüfen, behebe technische Defekte und bringe das Fahrzeug vor der Untersuchung vollständig auf Betriebstemperatur. Sind lediglich Ablagerungen die Ursache, kann eine gezielte Systemreinigung die Vorbereitung sinnvoll unterstützen.

    Bei einem mechanischen Defekt, einer dauerhaft leuchtenden Motorkontrollleuchte oder wiederkehrenden Fehlercodes führt dagegen kein Weg an einer fachgerechten Diagnose vorbei.

    AUTOGAR® – Engineered for Motion since 1993.

    FAQ – Häufig gestellte Fragen

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